sonstige Massagen
Franz Kirchberg hat es Anfang des 20. Jahrhunderts zutreffend ausgedrückt: „Wie jeder Mensch instinktiv eine geschwollene und deshalb schmerzende oder gestoßene Stelle seines Körpers reibt oder drückt und so versucht, den durch die Spannung verursachten Schmerz zu mindern, so wird dieses instinktive Mittel wohl auch als Heilmittel zu allen Zeiten angewandt worden sein.“
Massagen jeglicher Art werden seit Tausenden von Jahren eingesetzt, um beispielsweise Schmerzen zu lindern und verhärtete Muskeln zu entspannen. Jede Massage wirkt daneben nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf seelischer Ebene. Stress wird abgebaut, Erschöpfungszustände verbessern sich und man fühlt sich danach wunderbar entspannt und wohlig warm.
Von den vielen Massageformen möchte ich kurz diejenigen erläutern, welche ich in meiner Praxis neben Ayurvedamassagen am häufigsten einsetze:
Fußreflexzonenmassage
Die Fußreflexzonenmassage, auch Fußreflexzonentherapie genannt, stellt eine Behandlung der Füße mit dem Druck von Daumen oder Fingern dar. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte des Organismus angeregt sowie das körperliche und seelische Gleichgewicht verbessert. Bestehende Beschwerden werden gelindert oder verschwinden völlig – der Therapeut hat mit der Fußreflexzonenarbeit jedoch auch die Möglichkeit, Gebiete, die bereits belastet, aber noch nicht erkrankt sind, aufzuspüren.
Schon in vielen alten Kulturen war bekannt, dass eine Behandlung der Füße durch spezielle Handgriffe oder Massagen Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben kann. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte der amerikanische Arzt William Fitzgerald auf Basis der Techniken, mit welchen die Indianer die Füße erkrankter Menschen behandelten, die so genannte Zonentherapie. Die Arbeit von Dr. Fitzgerald wurde durch die Physiotherapeutin Eunice Ingham und durch die Krankenschwester Hanne Marquardt aufgegriffen und weiterentwickelt.
Die heutige Fußreflexzonentherapie teilt den menschlichen Körper von Kopf bis Fuß in 10 senkrechte und 3 waagrechte Körperzonen ein. Die Reflexzonen des Körpers (d.h. von Knochen, Muskeln, Geweben, Organen und Systemen) liegen an den Füßen, proportional natürlich verkleinert, in denselben Längs- und Querzonen wie am Körper. Hierbei sind die Reflexzonen der Vorderseite des menschlichen Körpers am Fußrücken und die Reflexzonen der Rückseite des menschlichen Körpers an der Fußsohle zu finden.
Die Fußreflexzonenmassage kann bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden:
- Probleme des Bewegungsapparates wie Erkrankungen der Wirbelsäule, Gelenke und Muskulatur sowie damit einhergehende Schmerzen
- gynäkologische Beschwerden: Myome, Zysten, Endometriose, Zyklusstörungen, Menstruationsbeschwerden, PMS (prämenstruelles Syndrom)
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Beschwerden im Verdauungstrakt wie Oberbauchsyndrom, Blähungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, Leber- und Galleleiden
- Erkrankungen von Nieren und Blase
- akute oder chronische Atemwegserkrankungen (Schnupfen, Bronchitis, Sinusitis, Otitis media, Asthma)
- Allergie, Infektanfälligkeit und lymphatische Belastung, v.a. bei Kindern
- Begleitung in der Schwangerschaft und während der Geburt
Aus meiner Sicht erdet eine Behandlung der Füße in der heutigen, oft viel zu kopflastigen Zeit in außerordentlich eindrucksvoller Weise!
Kräuterstempelmassage:
Bei der aus Asien stammenden Kräuterstempelmassage werden Kräuterstempel (Khizi oder Pinda genannt) verwendet, welche mit Kräutern oder Gewürzen gefüllt und mit einem Leinen- oder Seidentuch umhüllt sind. Bei der Kräuterstempelmassage wird zunächst der zu behandelnde Bereich mit einem speziell ausgesuchten Öl massiert. Danach wird mit den in heißem Öl getränkten Kräuterstempeln entlang der Meridian- oder Energiebahnen über den Körper massiert. Durch das Zusammenspiel der in den Kräutern enthaltenen Wirkstoffe, der Wärme und der Massage lösen sich Verspannungen schnell und nachhaltig auf. Des Weiteren wirkt eine Kräuterstempelmassage stoffwechselanregend, entschlackend und hautpflegend. Auch bei Schlafstörungen, chronischer Müdigkeit und geistiger Erschöpfung werden Kräuterstempel gerne eingesetzt. In meiner Praxis verwende ich ausschließlich von mir selbst gefertigte Kräuterstempel, die eine deutlich bessere Wirkung zeigen als fertig gekaufte und lediglich mit Zitronengras gefüllte Kräuterstempel. Ich stelle drei unterschiedliche Kräuterstempel her:
- eine Kräuterstempelart enthält lösende, entkrampfende und schmerzlindernde Kräuter zur Behandlung von Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich sowie zur Therapie bei Gelenkproblemen,
- eine andere Kräuterstempelart besteht aus entschlackenden Kräutern zur Stoffwechselanregung und zur Unterstützung bei Diäten sowie zur Behandlung bei Cellulitis,
- und auch für Schwangere fertige ich einen speziellen, frisch zubereiteten Kräuterstempel, welcher ausschließlich Kräuter enthält, die in der Schwangerschaft problemlos verwendet werden können.
Klassische Massage
Die klassische Massage, auch schwedische Massage genannt, ist eine der am häufigsten angewandten Massageformen. Sie wurde ursprünglich zur Behandlung und zur Vorbeugung von Problemen des Bewegungsapparates entwickelt. Klassische Massagen werden daher häufig bei Muskelverspannungen bzw. –verhärtungen oder Schmerzen eingesetzt. Auch neurologische Erkrankungen wie Lähmungen und Spastiken lassen sich durch Massagen oft deutlich verbessern. Bestehende Sensibilitätsstörungen und Nervenschmerzen (Neuralgien) sprechen ebenfalls häufig gut auf Massagen an – wichtig ist, dass vorher anderweitige Ursachen wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen wurden. Auch Erkrankungen innerer Organe lassen sich positiv durch Massagen beeinflussen.
Eine klassische Massage besteht auf fünf verschiedenen Techniken, die nacheinander durchgeführt werden: Effleurage (Streichen), Petrissage (Kneten), Friktion (Reiben), Tapotement (Klopfen) und Vibration (Erschütterung).
Sportmassage:
Bei der Sportmassage handelt es sich um eine Variante der klassischen Massage, welche gezielt auf die Bedürfnisse von Sportlern ausgerichtet ist. Sportmassagen sind ein wichtiger Bestandteil der Trainings- oder Wettkampfvorbereitung. Auch während sportlicher Aktivitäten kommen Sportmassagen häufig zum Einsatz: treten beispielsweise Krämpfe auf, bietet die Sportmassage hierfür wirkungsvolle Dehntechniken an. Sportmassagen können aber nach sportlichen Aktivitäten durchgeführt werden, um die Regenerationszeit des Körpers zu verringern und um die Leistungsfähigkeit möglichst schnell wieder herzustellen. Des
Weiteren lindern sie durch Muskelüberbeanspruchung entstandene Schmerzen und unterstützen die Heilung bei Verletzungen. Auch bei Nichtsportlern zeigen Sportmassagen, welche in der Regel kräftiger als klassische Massagen ausgeführt werden, gute Erfolge bei starken Muskelverspannungen. Nicht zu vergessen ist, dass Sportmassagen wie alle Massagen eine angenehme Entspannung und ein subjektives Wohlgefühl bewirken.
Breußmassage:
Bei der Breußmassage handelt es sich um eine Rückenmassage. Diese wird häufig mit der Wirbelsäulentherapie nach Dorn kombiniert, kann jedoch auch als alleinige Therapie durchgeführt werden. Die sanften und feinfühligen Streichungen haben eine hervorragende Wirkung bei fast jeder Art von Rückenbeschwerden wie beispielsweise bei Bandscheibenproblemen, bei einem Hexenschuss oder bei Verspannungen. Da bei der Breußmassage automatisch auch Akupunktur- bzw. Akupressurpunkte mitbehandelt werden, können sich auch seelische Blockaden lösen.