Cantharidenpflaster
Cantharidenpflaster gehören zu den ausleitenden Therapieverfahren und werden auch als weißer Aderlass bezeichnet. Ihre Wirkung gilt als schmerzlindernd, entzündungshemmend, immunstimulierend und durchblutungsfördernd. Bei der Behandlung wird auf bestimmte Hautgebiete ein Pflaster mit einer Salbe aus der getrockneten und gemahlenen „Spanischen Fliege“ aufgeklebt, welches nach spätestens 24 Stunden wieder abgenommen wird. Durch die Hautreizung entsteht eine Brandblase, deren Inhalt dann ggf. intramuskulär gespritzt wird. Im Gegensatz zur echten Brandwunde stirbt bei einem Cantharidenpflaster die oberste Hautschicht aber nicht ab. Dadurch werden die tiefer liegenden Hautschichten nicht zerstört und somit entsteht auch keine Narbe. Cantharidenpflaster werden eingesetzt bei Entzündungen im Hals- und Kopfbereich wie Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Otitis media (Mittelohrentzündung), Rhinitis (Schnupfen) und Angina tonsillaris (Mandelentzündung) sowie bei Tinnitus. Auch bei Rücken- oder Gelenkschmerzen, Arthrose, Schleimbeutelentzündungen, Narbenschmerzen und Herpes Zoster (Gürtelrose) können Cantharidenpflaster aufgesetzt werden.