Manuelle Therapie
Das lateinische Wort „manus“ bedeutet übersetzt: die Hand. Bei der manuellen Therapie sind also die Hände des Therapeuten unverzichtbares Werkzeug. Mit seinen Händen untersucht und behandelt der Manualtherapeut Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates (Wirbelsäule, Gelenke, Muskeln und Nerven). Dadurch können Schmerzen gelindert sowie Gelenke wieder mobilisiert werden, Bewegungseinschränkungen werden gebessert oder verschwinden sogar völlig. Auch die Folgen vorhandener Funktionsstörungen wie zum Beispiel Taubheitsgefühle, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Tinnitus, Ohrgeräusche oder Schlafstörungen können durch manuelle Therapie beeinflusst werden.
Die manuelle Medizin ist Jahrtausende alt – bereits in der Antike und im alten China wurden spezielle Handgrifftechniken entwickelt, um beispielsweise Rückenschmerzen zu behandeln. In vielen Kulturen wurden manuelle Techniken von Generation zu Generation weitergegeben und angewendet.
Die moderne manuelle Therapie ist eine systematische Untersuchung und Behandlung des Bewegungsapparates und ist eingebettet in umfassende Therapiekonzepte. Um eine klare Diagnose stellen zu können, wird die komplette Krankengeschichte aufgenommen – oftmals lassen sich die Beschwerden auf weit zurückliegende Unfälle oder auf bestehende bzw. durchgemachte Erkrankungen zurückführen. Beispiel für eine Krankheit, die sehr häufig zu Gelenkproblemen führt, ist die Borreliose, welche oft jahrelang nicht erkannt wird. Nach der Erhebung der Krankheitsgeschichte, der sog. Anamnese, erfolgt eine gründliche manualmedizinische Untersuchung. Hierbei sind Haltung des Patienten, Beckenstand, Hautfalten, Verlauf und Beweglichkeit der Wirbelsäule, Bewegungsumfang und Symmetrie von Armen und Beinen usw. von großer Bedeutung. Im Rahmen der Untersuchung werden auch orthopädische und neurologische Tests durchgeführt.
Danach entscheidet der Therapeut in Abstimmung mit dem Patienten, ob eine manuelle Therapie oder ein anderes Verfahren eingesetzt werden sollte. Wichtig ist die Erarbeitung eines Behandlungskonzeptes, um die Beschwerden des Patienten möglichst effizient zu behandeln. Dabei werden auch Persönlichkeit und Lebensumstände des Patienten berücksichtigt. Um den Therapieerfolg zu unterstützen, bekommt der Patient bestehende Fehlhaltungen aufgezeigt, welche dann in Zukunft zu vermeiden sind. Auch Eigenübungen des Patienten wie Muskelkräftigungs- und Muskeldehnungsübungen können das Wiederauftreten der Beschwerden wirksam verhindern.